Die KI hat einen falschen Preis in ein Angebot geschrieben. Der Chatbot hat einem Kunden etwas zugesagt, das es nicht gibt. Der generierte Text enthielt eine falsche Tatsachenbehauptung über einen Wettbewerber. Wer haftet? Die Antwort ist unbequem klar.

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Die Grundregel

Du haftest. Nicht OpenAI, nicht Microsoft, nicht der Toolanbieter.

Wer eine KI einsetzt, nutzt ein Werkzeug. Rechtlich ist das nicht anders als ein Taschenrechner mit Tippfehler oder ein Mitarbeiter, der sich vertut. Das Ergebnis wird dir zugerechnet, weil du es verwendet und veröffentlicht hast.

Der AI Act ändert daran nichts. Er regelt Produktsicherheit und Transparenz, nicht die zivilrechtliche Haftung gegenüber deinen Kunden. Die richtet sich weiter nach BGB, HGB und dem jeweiligen Vertrag.

Der Chatbot, der zu viel verspricht

Besonders heikel sind Zusagen im Kundendialog. Wenn dein Chatbot einen Rabatt, einen Liefertermin oder eine Eigenschaft zusichert, kann daraus je nach Gestaltung eine bindende Erklärung werden. Der Kunde durfte auf die Aussage vertrauen – dass intern eine KI antwortete, ist sein Problem nicht.

Absicherung: Der Bot bekommt eine klare Grenze. Keine Preiszusagen, keine Terminzusagen, keine Vertragsschlüsse. Stattdessen Weiterleitung an einen Menschen. Und der KI-Hinweis nach Artikel 50 hilft hier doppelt – er erfüllt nicht nur die Pflicht, sondern senkt auch das Vertrauen in verbindliche Zusagen.

Erfundene Fakten und Quellen

Sprachmodelle erzeugen plausibel klingende Falschaussagen. Bei Urteilen, Normen, Studien und Zahlen passiert das regelmäßig.

Wird so etwas veröffentlicht, drohen wettbewerbsrechtliche Abmahnungen und bei Aussagen über Dritte auch Ansprüche wegen Persönlichkeitsrechtsverletzung. Es gibt international bereits Sanktionen gegen Berufsträger, die ungeprüfte KI-Zitate eingereicht haben.

Unsicher, was davon auf dich zutrifft?

Der Selbstcheck ordnet deinen konkreten KI-Einsatz ein – statt allgemeiner Regeln bekommst du die Handlungsfelder, die wirklich zu deinem Betrieb passen.

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Vier Maßnahmen, die tatsächlich schützen

  • Vier-Augen-Prinzip bei allem mit Außenwirkung. Nichts geht ungelesen raus.
  • Zahlen und Zitate immer gegenprüfen. Das ist der Bereich mit der höchsten Fehlerquote.
  • Chatbots eng begrenzen. Auskunft ja, Zusagen nein.
  • Betriebshaftpflicht prüfen. Frag deinen Versicherer schriftlich, ob Schäden aus KI-gestützter Leistungserbringung gedeckt sind. Viele ältere Policen schweigen dazu.

Der Nachweis, dass du sorgfältig warst

Wenn doch etwas passiert, entscheidet oft die Frage, ob du organisatorisch sauber aufgestellt warst. Genau dafür sind KI-Inventar, Richtlinie und dokumentierte Schulung so wertvoll: Sie belegen, dass der Fehler ein Einzelfall war und kein Systemversagen.

Fristen im Überblick

PflichtGilt abStatus
Art. 4 – KI-Kompetenz der Mitarbeiter2. Februar 2025gilt bereits
Art. 5 – Verbotene KI-Praktiken2. Februar 2025gilt bereits
Pflichten für GPAI-Modelle2. August 2025gilt bereits
Art. 50 – Transparenz und Kennzeichnung2. August 2026gilt bereits
Kennzeichnung von Bestandssystemen2. Dezember 2026Schonfrist läuft
Hochrisiko-Systeme nach Anhang III2. Dezember 2027verschoben, gilt ab
KI in regulierten Produkten (Anhang I)2. August 2028verschoben, gilt ab

Häufige Fragen

Kann ich die Haftung an den KI-Anbieter weitergeben?

In aller Regel nicht. Die Nutzungsbedingungen der großen Anbieter schließen die Haftung für Ergebnisse weitgehend aus und weisen die Verantwortung ausdrücklich dem Nutzer zu.

Hilft ein Haftungsausschluss auf meiner Website?

Gegenüber Verbrauchern nur sehr begrenzt. Ein Hinweis wie "Angaben ohne Gewähr" schützt nicht vor Ansprüchen aus fehlerhafter Beratung oder falschen Zusagen.

Was ist mit der neuen KI-Haftungsrichtlinie?

Der ursprüngliche Entwurf einer eigenen KI-Haftungsrichtlinie wurde von der EU-Kommission zurückgezogen. Es bleibt beim allgemeinen Haftungsrecht und der überarbeiteten Produkthaftungsrichtlinie.

Wie du jetzt konkret weitermachst

Der schnellste Weg zu einer belastbaren Einschätzung führt über den kostenlosen Selbstcheck. Du beantwortest 12 kurze Fragen zu deinem tatsächlichen KI-Einsatz und bekommst sofort eine persönliche Auswertung – mit den Handlungsfeldern, die wirklich zu dir passen, statt allgemeiner Hinweise.

In der Auswertung findest du außerdem die passenden Arbeitshefte zu deinen Handlungsfeldern, mit denen du die Umsetzung Schritt für Schritt erledigst. Und wenn du deine Punkte abgearbeitet hast, kannst du dir dort dein kostenloses Badge für die eigene Website holen.

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Passend dazu

Stand: September 2026. Der Digital Omnibus ist am 27. Juli 2026 in Kraft getreten und hat die Hochrisiko-Pflichten verschoben. Die Transparenzpflichten nach Artikel 50 gelten seit dem 2. August 2026 unverändert. Dieser Beitrag ist eine allgemeine Orientierung und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall.


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