Musst du einen KI-generierten Text, ein Bild, Video, Audio oder einen Chatbot kennzeichnen? Seit dem 2. August 2026 gelten die Transparenzpflichten aus Artikel 50 des EU AI Act. Aber: Nicht jeder mit KI erstellte Inhalt muss automatisch sichtbar als KI gekennzeichnet werden. Mit diesem kostenlosen KI Kennzeichnung Check erhältst du eine erste Einordnung.
Stand: 24. August 2026 · Grundlage: Artikel 50 EU AI Act und aktuelle Leitlinien der Europäischen Kommission.
Die wichtigste Antwort zuerst: Der EU AI Act verlangt keine pauschale sichtbare Kennzeichnung jedes Inhalts, bei dessen Erstellung KI beteiligt war. Besondere Transparenzpflichten bestehen insbesondere bei Deepfakes, bestimmten KI-generierten oder manipulierten Texten zu Angelegenheiten von öffentlichem Interesse und bei KI-Systemen, die direkt mit Menschen interagieren.
Welche Regel auf deinen Fall passt, kannst du jetzt mit wenigen Fragen prüfen.
KI Kennzeichnung Check starten
Wähle zuerst aus, um welche Art von KI-Inhalt es geht.
Schritt 1
Wähle die Art des Inhalts oder der Anwendung.
Dazu können beispielsweise gesellschaftliche, politische oder andere Themen von öffentlichem Interesse gehören.
Und übernimmt eine natürliche oder juristische Person die redaktionelle Verantwortung für die Veröffentlichung?
Entscheidend ist, ob der Inhalt für Betrachter oder Zuhörer fälschlicherweise authentisch oder wahr wirken könnte.
Für solche Inhalte gilt eine erleichterte Form der Offenlegung – die Information darf die Darstellung oder Nutzung des Werkes nicht unnötig beeinträchtigen.
Zum Beispiel als Website-Chatbot, KI-Kundenservice, Voicebot, virtueller Assistent oder Verkaufsberater.
Beispielsweise durch die eindeutige Bezeichnung „KI-Assistent“ und die gesamte Gestaltung der Anwendung.
Was bedeutet KI-Kennzeichnungspflicht 2026?
Die KI-Kennzeichnungspflicht gehört zu den Transparenzregeln des EU AI Act. Seit dem 2. August 2026 gelten die Anforderungen aus Artikel 50. Dabei werden jedoch verschiedene Situationen voneinander unterschieden.
KI-Interaktion
Menschen sollen grundsätzlich erkennen können, wenn sie direkt mit einem KI-System interagieren.
Deepfakes
Täuschend echt wirkende KI-Bilder, Videos oder Audios realer Personen, Orte oder Ereignisse müssen besonders geprüft werden.
KI-Texte
Bei bestimmten veröffentlichten KI-Texten zu Angelegenheiten von öffentlichem Interesse gelten besondere Regeln.
Muss jedes KI-Bild gekennzeichnet werden?
Nein, Artikel 50 verlangt nicht pauschal eine sichtbare Kennzeichnung jedes KI-generierten Bildes. Für Unternehmen und andere Betreiber ist insbesondere relevant, ob ein Bild als Deepfake einzuordnen ist.
Ein typisches Fantasiebild, eine offensichtlich künstliche Illustration oder eine abstrakte Grafik ist deshalb anders zu bewerten als ein täuschend echtes Bild einer realen Person oder eines realen Ereignisses.
| Beispiel | Artikel-50-Einordnung |
|---|---|
| Offensichtlich künstliche Illustration | Keine pauschale sichtbare Kennzeichnung allein wegen KI-Nutzung |
| KI-Bild einer nicht existierenden Fantasiewelt | Deepfake-Regel normalerweise nicht allein deshalb ausgelöst |
| Realistisch manipuliertes Bild einer echten Person | Deepfake-Prüfung erforderlich |
| Gefälschtes realistisches Ereignis | Kennzeichnung kann erforderlich sein |
| Künstlerische oder satirische Deepfake-Darstellung | Offenlegung weiterhin relevant, aber erleichterte Form möglich |
Muss ich mit ChatGPT erstellte Texte kennzeichnen?
Auch hier lautet die Antwort: nicht automatisch. Artikel 50 enthält keine allgemeine Vorschrift, nach der jeder Text mit dem Hinweis „Dieser Text wurde mit ChatGPT erstellt“ versehen werden müsste.
Besonders relevant wird die Regel bei KI-generierten oder manipulierten Texten, die veröffentlicht werden, um die Öffentlichkeit über Angelegenheiten von öffentlichem Interesse zu informieren.
Gleichzeitig enthält der AI Act eine wichtige Ausnahme: Wurde der Inhalt menschlich geprüft oder redaktionell kontrolliert und übernimmt eine natürliche oder juristische Person die redaktionelle Verantwortung, greift die spezielle Offenlegungspflicht aus Artikel 50 Absatz 4 nicht.
Für Unternehmen besonders wichtig
KI als Schreibassistent zu verwenden und den fertigen Text anschließend verantwortlich zu prüfen, ist rechtlich etwas anderes als massenhaft automatisch erzeugte Inhalte ungeprüft zu veröffentlichen.
Muss ein KI-Chatbot gekennzeichnet werden?
Bei einem KI-Chatbot geht es nicht primär um die Kennzeichnung einzelner Antworten. Entscheidend ist, dass Nutzer grundsätzlich erkennen können, dass sie mit einem KI-System interagieren.
Die Information muss klar und verständlich erfolgen und spätestens bei der ersten Interaktion erkennbar sein. Eine Ausnahme besteht, wenn die KI-Natur der Anwendung unter den konkreten Umständen bereits offensichtlich ist.
Hinweis: Du kommunizierst hier mit einem KI-Assistenten.
Eine ausführliche Erklärung mit Beispielen und fertigen Hinweissätzen findest du in unserem Ratgeber KI-Chatbot kennzeichnen 2026 .
Was gilt für Instagram, Facebook, TikTok und LinkedIn?
Auch auf Social Media gilt nicht automatisch: „Mit KI erstellt = immer kennzeichnen.“ Entscheidend sind Art und Wirkung des Inhalts sowie die konkrete Regel, die auf ihn anwendbar ist.
Bei täuschend echten KI-Videos, manipulierten realen Personen oder Deepfake-Inhalten ist die Situation deutlich kritischer als bei einer offensichtlich künstlichen Grafik. Zusätzlich können die jeweiligen Plattformen eigene Regeln für KI-Inhalte vorsehen.
Die ausführliche Einordnung findest du hier: KI-Kennzeichnungspflicht auf Instagram, Facebook, TikTok und LinkedIn .
Artikel 50 unterscheidet Anbieter und Betreiber
Ein wichtiger Punkt wird bei der Diskussion über die AI Act Kennzeichnung häufig übersehen: Artikel 50 enthält unterschiedliche Pflichten für Anbieter von KI-Systemen und Unternehmen oder Personen, die solche Systeme einsetzen.
Anbieter generativer KI-Systeme müssen unter bestimmten Voraussetzungen dafür sorgen, dass synthetische Audio-, Bild-, Video- und Textausgaben maschinenlesbar als künstlich erzeugt oder manipuliert erkennbar sind.
Das ist nicht dasselbe wie die Frage, ob ein Unternehmen, Creator oder Webseitenbetreiber jeden erzeugten Inhalt sichtbar mit einem KI-Hinweis versehen muss.
Deshalb ist die richtige Frage nicht:
„Wurde irgendwo KI benutzt?“
Sondern:
Welche Art von KI-System oder Inhalt liegt vor, welche Rolle habe ich und welche konkrete Transparenzpflicht trifft diesen Fall?
Was der KI Kennzeichnung Check nicht prüfen kann
Der Check konzentriert sich bewusst auf zentrale Transparenzfragen nach Artikel 50. Daneben können weitere Vorschriften relevant sein.
Datenschutz
Personenbezogene Daten können zusätzliche Pflichten nach der DSGVO auslösen.
Urheber- und Persönlichkeitsrechte
KI-Inhalte können unabhängig vom AI Act fremde Rechte berühren.
Plattformregeln
Instagram, TikTok, YouTube und andere Plattformen können zusätzliche Kennzeichnungsvorgaben besitzen.
Häufige Fragen zum KI Kennzeichnung Check
Muss jeder KI-generierte Inhalt gekennzeichnet werden?
Nein. Der EU AI Act enthält keine allgemeine sichtbare Kennzeichnungspflicht für jeden Inhalt, bei dessen Erstellung KI beteiligt war. Entscheidend ist die konkrete Art des Inhalts und der Anwendung.
Muss ich KI-Bilder auf Instagram kennzeichnen?
Nicht jedes KI-Bild fällt automatisch unter die spezielle Deepfake-Offenlegungspflicht des Artikel 50. Täuschend echt wirkende Darstellungen realer Personen, Orte, Gegenstände oder Ereignisse müssen jedoch besonders geprüft werden. Zusätzlich gelten die Regeln der jeweiligen Plattform.
Muss ich einen ChatGPT-Text als KI-generiert kennzeichnen?
Nicht pauschal. Besondere Regeln gelten unter anderem für bestimmte KI-generierte oder manipulierte Texte, die die Öffentlichkeit über Angelegenheiten von öffentlichem Interesse informieren sollen. Eine menschliche redaktionelle Prüfung und klare redaktionelle Verantwortung können für die gesetzliche Ausnahme entscheidend sein.
Muss ein KI-Chatbot auf meiner Website gekennzeichnet sein?
Menschen müssen bei direkt interagierenden KI-Systemen grundsätzlich darüber informiert werden, dass sie mit einem KI-System kommunizieren, sofern dies nicht bereits eindeutig offensichtlich ist.
Seit wann gelten die Transparenzpflichten?
Die Transparenzpflichten aus Artikel 50 des EU AI Act gelten seit dem 2. August 2026.
Ist das Ergebnis dieses Checks rechtsverbindlich?
Nein. Der Check ist eine allgemeine Orientierungshilfe. Die konkrete rechtliche Bewertung hängt vom jeweiligen KI-System, der eigenen Rolle, dem Einsatzzweck und den Umständen des Einzelfalls ab.
Offizielle Grundlage und Quellen
Die Entscheidungslogik dieses KI Kennzeichnung Checks orientiert sich an Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 und den aktuellen Transparenz-Leitlinien der Europäischen Kommission.
EU AI Act – Verordnung (EU) 2024/1689 bei EUR-Lex
Europäische Kommission – Guidelines zu den Transparenzpflichten nach Artikel 50
Hinweis: ai-act-selbstcheck.de ist ein unabhängiges Informationsangebot und kein Angebot der Europäischen Kommission. Der KI Kennzeichnung Check dient der ersten Orientierung und ersetzt keine individuelle Rechtsberatung oder verbindliche Einzelfallprüfung.
Kennzeichnung ist nur ein Teil des EU AI Act.
Du weißt jetzt besser, ob bei deinem Inhalt eine Transparenz- oder Kennzeichnungsfrage bestehen kann. Prüfe als Nächstes deine gesamte berufliche KI-Nutzung mit 12 kurzen Fragen und finde heraus, welches AI-Act-Thema bei dir zuerst relevant ist.
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