Ein Chatbot ist die KI-Anwendung mit der klarsten Rechtslage – und gleichzeitig die mit den meisten Fehlern in der Praxis. Der Grund: Er ist öffentlich sichtbar. Jeder kann prüfen, ob du die Pflichten einhältst. Diese Liste geht die Punkte vor dem Livegang durch.
Bist du betroffen? Finde es in 3 Minuten heraus
Der kostenlose Selbstcheck stellt dir 12 kurze Ja/Nein-Fragen und zeigt dir sofort, welche AI-Act-Handlungsfelder auf deinen KI-Einsatz zutreffen – persönlich ausgewertet.
Kostenlosen Selbstcheck starten
Kostenlos · anonym · ohne Anmeldung · Ergebnis sofort · inkl. Badge für deine Website
Der KI-Hinweis: nicht verhandelbar
Artikel 50 Absatz 1 verlangt, dass Nutzer erkennen, dass sie mit einem KI-System interagieren. Das gilt seit August 2026 ohne Ausnahme für kleine Anbieter.
Praktisch heißt das: Der Hinweis erscheint im Chatfenster, bevor die erste Nachricht des Nutzers abgeschickt wird. Nicht im Impressum, nicht in der Datenschutzerklärung, nicht in einem ausklappbaren Hilfetext.
Kontraproduktiv sind menschliche Vornamen und Porträtfotos für den Bot. Genau diese Gestaltung erzeugt die Täuschung, die der Artikel verhindern soll.
Datenschutz im Chatverlauf
- AV-Vertrag mit dem Chatbot-Anbieter abschließen.
- Klären, wo die Verläufe gespeichert werden und wie lange.
- Eine Löschfrist festlegen – 30 bis 90 Tage sind üblich und begründbar.
- Den Chatbot in der Datenschutzerklärung als Verarbeitung aufführen.
- Wenn der Bot vor dem ersten Klick lädt und Cookies setzt, gehört er in das Consent-Banner.
Grenzen einziehen
Der Bot sollte keine Preise zusagen, keine Liefertermine bestätigen und keine Rechtsauskünfte erteilen. Solche Aussagen können bindend wirken – und der Kunde durfte darauf vertrauen.
Besser ist eine klare Eskalation: Bei allem, was verbindlich wird, leitet der Bot an einen Menschen weiter. Das schützt rechtlich und wirkt gleichzeitig serviceorientierter.
Unsicher, was davon auf dich zutrifft?
Der Selbstcheck ordnet deinen konkreten KI-Einsatz ein – statt allgemeiner Regeln bekommst du die Handlungsfelder, die wirklich zu deinem Betrieb passen.
Selbstcheck starten – kostenlos
Kostenlos · anonym · ohne Anmeldung · Ergebnis sofort · inkl. Badge für deine Website
Was der Bot niemals verarbeiten sollte
Gesundheitsangaben, Zahlungsdaten und Zugangsdaten haben im Chat nichts verloren. Wenn Nutzer sie trotzdem eingeben – und das passiert – brauchst du einen Prozess, wie diese Nachrichten gelöscht werden.
Ein Hinweis im Chatfenster hilft: „Bitte gib hier keine sensiblen Daten wie Gesundheits- oder Zahlungsinformationen ein.“
Der Test vor dem Livegang
Lass eine Person, die den Bot nicht kennt, fünf Minuten damit sprechen. Zwei Fragen danach: War klar, dass es kein Mensch war? Hat er etwas zugesagt, was er nicht darf?
Wenn beide Antworten passen, kann er live gehen.
Fristen im Überblick
| Pflicht | Gilt ab | Status |
|---|---|---|
| Art. 4 – KI-Kompetenz der Mitarbeiter | 2. Februar 2025 | gilt bereits |
| Art. 5 – Verbotene KI-Praktiken | 2. Februar 2025 | gilt bereits |
| Pflichten für GPAI-Modelle | 2. August 2025 | gilt bereits |
| Art. 50 – Transparenz und Kennzeichnung | 2. August 2026 | gilt bereits |
| Kennzeichnung von Bestandssystemen | 2. Dezember 2026 | Schonfrist läuft |
| Hochrisiko-Systeme nach Anhang III | 2. Dezember 2027 | verschoben, gilt ab |
| KI in regulierten Produkten (Anhang I) | 2. August 2028 | verschoben, gilt ab |
Häufige Fragen
Reicht der Name "Bot" als Kennzeichnung?
In der Regel ja, wenn er deutlich sichtbar ist. Sicherer ist ein ausgeschriebener Satz wie "Hier antwortet ein KI-Assistent".
Gilt das auch für einfache Klick-Dialoge ohne KI?
Nein. Artikel 50 betrifft KI-Systeme. Ein reiner Entscheidungsbaum ohne KI-Komponente fällt nicht darunter – Transparenz schadet aber auch dort nicht.
Muss ich Chatverläufe aufbewahren?
Der AI Act verlangt das für einfache Chatbots nicht. Aus Beweisgründen kann eine begrenzte Speicherung sinnvoll sein, sie muss dann aber in der Datenschutzerklärung stehen.
Wie du jetzt konkret weitermachst
Der schnellste Weg zu einer belastbaren Einschätzung führt über den kostenlosen Selbstcheck. Du beantwortest 12 kurze Fragen zu deinem tatsächlichen KI-Einsatz und bekommst sofort eine persönliche Auswertung – mit den Handlungsfeldern, die wirklich zu dir passen, statt allgemeiner Hinweise.
In der Auswertung findest du außerdem die passenden Arbeitshefte zu deinen Handlungsfeldern, mit denen du die Umsetzung Schritt für Schritt erledigst. Und wenn du deine Punkte abgearbeitet hast, kannst du dir dort dein kostenloses Badge für die eigene Website holen.
Deine persönliche Auswertung in 3 Minuten
12 Fragen, sofortiges Ergebnis, bis zu neun passende Handlungsfelder – und im Anschluss dein kostenloses Badge.
Jetzt kostenlosen Selbstcheck machen
Kostenlos · anonym · ohne Anmeldung · Ergebnis sofort · inkl. Badge für deine Website
Passend dazu
- EU AI Act für Arztpraxen: Welche KI-Pflichten gelten in der Arztpraxis?
- KI-Agenten im Unternehmen 2026: DSGVO, Haftung und EU AI Act – was jetzt gilt
- Canva KI und der EU AI Act: Welche Pflichten gelten bei beruflicher Nutzung?
- Claude und der EU AI Act: Welche Pflichten gelten bei beruflicher Nutzung?
- EU AI Act für Handwerksbetriebe: Welche KI-Pflichten gelten im Handwerksbetrieb?
- AI Act Selbstcheck – in 12 Fragen zur Einschätzung
- KI-Kennzeichnungspflicht nach Artikel 50
- AI Act Risikoklassen: Ist deine KI Hochrisiko?
Stand: September 2026. Der Digital Omnibus ist am 27. Juli 2026 in Kraft getreten und hat die Hochrisiko-Pflichten verschoben. Die Transparenzpflichten nach Artikel 50 gelten seit dem 2. August 2026 unverändert. Dieser Beitrag ist eine allgemeine Orientierung und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall.

Schreibe einen Kommentar