Microsoft Copilot ist ein assistenz-ki in office des Anbieters Microsoft (USA / EU-Datengrenze verfügbar). Wer das Tool beruflich einsetzt, ist im Sinne des EU AI Act in aller Regel Betreiber – und damit von einem überschaubaren, aber verbindlichen Pflichtenkreis betroffen. Diese Seite zeigt konkret, was das für dich bedeutet.
Kurz gesagt
- Deine Rolle: Betreiber. Microsoft ist Anbieter; bei Copilot Studio kannst du zum Anbieter eines eigenen KI-Systems werden.
- Kennzeichnung: Interne Nutzung ist nicht kennzeichnungspflichtig. Sobald du damit gebaute Bots nach außen stellst, gilt Art. 50.
- Größtes Risiko: Copilot greift auf alles zu, was der jeweilige Nutzer im Microsoft-365-Tenant sehen darf. Falsch gesetzte SharePoint-Berechtigungen werden dadurch plötzlich sichtbar – "Oversharing" ist das meistunterschätzte Risiko.
- Seit wann: Die Transparenzpflichten aus Artikel 50 gelten seit dem 2. August 2026.
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Wofür Microsoft Copilot typischerweise genutzt wird
In der Praxis begegnet uns Microsoft Copilot vor allem in diesen Situationen:
- Word- und PowerPoint-Entwürfe
- Excel-Auswertungen
- Teams-Meetings zusammenfassen
- Outlook-Antworten vorschlagen
Entscheidend ist nicht das Tool selbst, sondern was mit dem Ergebnis passiert. Ein Entwurf, der nur intern gelesen wird, ist rechtlich etwas völlig anderes als ein Text, der veröffentlicht wird oder in eine Entscheidung über einen Menschen einfließt.
Datenschutz: der Punkt, an dem es meistens klemmt
Copilot greift auf alles zu, was der jeweilige Nutzer im Microsoft-365-Tenant sehen darf. Falsch gesetzte SharePoint-Berechtigungen werden dadurch plötzlich sichtbar – "Oversharing" ist das meistunterschätzte Risiko.
Auftragsverarbeitung: Über die Microsoft Products and Services Data Protection Addendum (DPA) bereits abgedeckt, wenn ein M365-Business-Vertrag besteht.
Die häufigste Stolperfalle
Meeting-Transkripte in Teams sind personenbezogene Daten. Ohne Information der Teilnehmer und ohne Betriebsvereinbarung wird die Aufzeichnung zum Mitbestimmungs- und Datenschutzthema.
Musst du Inhalte aus Microsoft Copilot kennzeichnen?
Interne Nutzung ist nicht kennzeichnungspflichtig. Sobald du damit gebaute Bots nach außen stellst, gilt Art. 50.
Die Grundregel aus Artikel 50: Menschen müssen erkennen können, dass sie mit einer KI sprechen oder KI-generierte Inhalte vor sich haben. Bei Deepfakes – also Bild, Ton oder Video, das real wirkt, es aber nicht ist – gilt die Offenlegungspflicht seit dem 2. August 2026 ausnahmslos. Für Systeme, die schon vorher im Einsatz waren, lief eine Schonfrist bis zum 2. Dezember 2026.
Hinweis zu GPAI-Modellen
Microsoft Copilot basiert auf einem General-Purpose-AI-Modell. Die besonderen GPAI-Pflichten treffen seit dem 2. August 2025 den Anbieter, nicht dich als Nutzer. Für dich ist nur relevant, dass du die Transparenzinformationen des Anbieters kennst und weitergeben kannst.
Fristen im Überblick
| Pflicht | Gilt ab | Status |
|---|---|---|
| Art. 4 – KI-Kompetenz der Mitarbeiter | 2. Februar 2025 | gilt bereits |
| Art. 5 – Verbotene KI-Praktiken | 2. Februar 2025 | gilt bereits |
| Pflichten für GPAI-Modelle | 2. August 2025 | gilt bereits |
| Art. 50 – Transparenz und Kennzeichnung | 2. August 2026 | gilt bereits |
| Kennzeichnung von Bestandssystemen | 2. Dezember 2026 | Schonfrist läuft |
| Hochrisiko-Systeme nach Anhang III | 2. Dezember 2027 | verschoben, gilt ab |
| KI in regulierten Produkten (Anhang I) | 2. August 2028 | verschoben, gilt ab |
Deine Checkliste für Microsoft Copilot
- Prüfen, ob ein AV-Vertrag mit dem Anbieter besteht.
- In den Einstellungen das Training mit deinen Daten deaktivieren, soweit möglich.
- Schriftlich festlegen, welche Daten nicht eingegeben werden dürfen.
- Mitarbeiter kurz unterweisen und die Unterweisung dokumentieren – das erfüllt Artikel 4.
- Veröffentlichte KI-Inhalte auf Kennzeichnungspflicht prüfen.
- Das Tool in ein einfaches KI-Inventar eintragen.
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Häufige Fragen
Ist die Nutzung von Microsoft Copilot nach dem EU AI Act erlaubt?
Ja. Microsoft Copilot ist kein verbotenes System nach Artikel 5. Erlaubt heißt aber nicht pflichtfrei: Als Betreiber musst du die KI-Kompetenz deiner Mitarbeiter sicherstellen und die Transparenzpflichten nach Artikel 50 einhalten.
Muss ich Texte oder Bilder aus Microsoft Copilot kennzeichnen?
Interne Nutzung ist nicht kennzeichnungspflichtig. Sobald du damit gebaute Bots nach außen stellst, gilt Art. 50.
Brauche ich einen AV-Vertrag für Microsoft Copilot?
Über die Microsoft Products and Services Data Protection Addendum (DPA) bereits abgedeckt, wenn ein M365-Business-Vertrag besteht. Sobald personenbezogene Daten verarbeitet werden, ist er nach Artikel 28 DSGVO Pflicht.
Ist Microsoft Copilot ein Hochrisiko-KI-System?
In der normalen Anwendung nein. Hochrisiko wird es durch den Einsatzzweck: Wer Microsoft Copilot zur Bewertung von Bewerbern, zur Kreditvergabe oder in vergleichbaren Bereichen nach Anhang III einsetzt, fällt unter die strengeren Regeln, die ab dem 2. Dezember 2027 greifen.
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Stand: September 2026. Der Digital Omnibus ist am 27. Juli 2026 in Kraft getreten und hat die Hochrisiko-Pflichten verschoben. Die Transparenzpflichten nach Artikel 50 gelten seit dem 2. August 2026 unverändert. Dieser Beitrag ist eine allgemeine Orientierung und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall.
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