Google Gemini ist ein text- und multimodal-ki des Anbieters Google (USA / Google Ireland Ltd.). Wer das Tool beruflich einsetzt, ist im Sinne des EU AI Act in aller Regel Betreiber – und damit von einem überschaubaren, aber verbindlichen Pflichtenkreis betroffen. Diese Seite zeigt konkret, was das für dich bedeutet.

Kurz gesagt

  • Deine Rolle: Betreiber. Google ist GPAI-Anbieter.
  • Kennzeichnung: Von Gemini erzeugte Bilder tragen SynthID-Wasserzeichen. Das ersetzt aber nicht deine eigene sichtbare Kennzeichnung nach Art. 50 Abs. 4, wenn du sie veröffentlichst.
  • Größtes Risiko: Bei privaten Google-Konten werden Konversationen ausgewertet und teils von Menschen geprüft. Beruflich ist nur Gemini in Workspace oder über Vertex AI vertretbar.
  • Seit wann: Die Transparenzpflichten aus Artikel 50 gelten seit dem 2. August 2026.

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Wofür Google Gemini typischerweise genutzt wird

In der Praxis begegnet uns Google Gemini vor allem in diesen Situationen:

  • Recherche mit Websuche
  • Texte in Google Docs
  • Bild- und Dokumentenanalyse
  • Gmail-Antworten

Entscheidend ist nicht das Tool selbst, sondern was mit dem Ergebnis passiert. Ein Entwurf, der nur intern gelesen wird, ist rechtlich etwas völlig anderes als ein Text, der veröffentlicht wird oder in eine Entscheidung über einen Menschen einfließt.

Datenschutz: der Punkt, an dem es meistens klemmt

Bei privaten Google-Konten werden Konversationen ausgewertet und teils von Menschen geprüft. Beruflich ist nur Gemini in Workspace oder über Vertex AI vertretbar.

Auftragsverarbeitung: Im Google-Workspace-Vertrag als Auftragsverarbeitung geregelt, im privaten Konto nicht.

Die häufigste Stolperfalle

Viele nutzen beruflich das kostenlose Privatkonto. Das ist der häufigste stille DSGVO-Verstoß in kleinen Betrieben.

Musst du Inhalte aus Google Gemini kennzeichnen?

Von Gemini erzeugte Bilder tragen SynthID-Wasserzeichen. Das ersetzt aber nicht deine eigene sichtbare Kennzeichnung nach Art. 50 Abs. 4, wenn du sie veröffentlichst.

Die Grundregel aus Artikel 50: Menschen müssen erkennen können, dass sie mit einer KI sprechen oder KI-generierte Inhalte vor sich haben. Bei Deepfakes – also Bild, Ton oder Video, das real wirkt, es aber nicht ist – gilt die Offenlegungspflicht seit dem 2. August 2026 ausnahmslos. Für Systeme, die schon vorher im Einsatz waren, lief eine Schonfrist bis zum 2. Dezember 2026.

Hinweis zu GPAI-Modellen

Google Gemini basiert auf einem General-Purpose-AI-Modell. Die besonderen GPAI-Pflichten treffen seit dem 2. August 2025 den Anbieter, nicht dich als Nutzer. Für dich ist nur relevant, dass du die Transparenzinformationen des Anbieters kennst und weitergeben kannst.

Fristen im Überblick

PflichtGilt abStatus
Art. 4 – KI-Kompetenz der Mitarbeiter2. Februar 2025gilt bereits
Art. 5 – Verbotene KI-Praktiken2. Februar 2025gilt bereits
Pflichten für GPAI-Modelle2. August 2025gilt bereits
Art. 50 – Transparenz und Kennzeichnung2. August 2026gilt bereits
Kennzeichnung von Bestandssystemen2. Dezember 2026Schonfrist läuft
Hochrisiko-Systeme nach Anhang III2. Dezember 2027verschoben, gilt ab
KI in regulierten Produkten (Anhang I)2. August 2028verschoben, gilt ab

Deine Checkliste für Google Gemini

  • Prüfen, ob ein AV-Vertrag mit dem Anbieter besteht.
  • In den Einstellungen das Training mit deinen Daten deaktivieren, soweit möglich.
  • Schriftlich festlegen, welche Daten nicht eingegeben werden dürfen.
  • Mitarbeiter kurz unterweisen und die Unterweisung dokumentieren – das erfüllt Artikel 4.
  • Veröffentlichte KI-Inhalte auf Kennzeichnungspflicht prüfen.
  • Das Tool in ein einfaches KI-Inventar eintragen.

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Häufige Fragen

Ist die Nutzung von Google Gemini nach dem EU AI Act erlaubt?

Ja. Google Gemini ist kein verbotenes System nach Artikel 5. Erlaubt heißt aber nicht pflichtfrei: Als Betreiber musst du die KI-Kompetenz deiner Mitarbeiter sicherstellen und die Transparenzpflichten nach Artikel 50 einhalten.

Muss ich Texte oder Bilder aus Google Gemini kennzeichnen?

Von Gemini erzeugte Bilder tragen SynthID-Wasserzeichen. Das ersetzt aber nicht deine eigene sichtbare Kennzeichnung nach Art. 50 Abs. 4, wenn du sie veröffentlichst.

Brauche ich einen AV-Vertrag für Google Gemini?

Im Google-Workspace-Vertrag als Auftragsverarbeitung geregelt, im privaten Konto nicht. Sobald personenbezogene Daten verarbeitet werden, ist er nach Artikel 28 DSGVO Pflicht.

Ist Google Gemini ein Hochrisiko-KI-System?

In der normalen Anwendung nein. Hochrisiko wird es durch den Einsatzzweck: Wer Google Gemini zur Bewertung von Bewerbern, zur Kreditvergabe oder in vergleichbaren Bereichen nach Anhang III einsetzt, fällt unter die strengeren Regeln, die ab dem 2. Dezember 2027 greifen.

Passend dazu

Stand: September 2026. Der Digital Omnibus ist am 27. Juli 2026 in Kraft getreten und hat die Hochrisiko-Pflichten verschoben. Die Transparenzpflichten nach Artikel 50 gelten seit dem 2. August 2026 unverändert. Dieser Beitrag ist eine allgemeine Orientierung und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall.


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